Gustav Heinrich Eberlein                                            

 

gehört zu dem Kreis der Berliner Künstler, die in der Gründerzeit arbeiteten. Eberlein war nach Reinhold Begas der meist beschäftigte Künstler der Berliner Bildhauerschule im ausgehenden 19. und beginnenden 20.Jahrhundert.

 

Sein Schaffen umfasste Werke der Bildhauerei, der Malerei und der Dichtkunst. Rund  600 Skulpturen, ca. 300 Bildwerke sowie 200 Gedichte und Prosa stammen von ihm.

 

1872 ermöglichte ihm der Auftrag für das Mündener Gefallenendenkmal („Mundenia“) den Sprung von einer kärglichen Selbstständigkeit

hin zu künstlerischem und wirtschaftlichem Erfolg. Dies gelang mit der Schaffung zahlreicher Großdenkmäler und verschiedener Hohenzollernstandbilder. In Folge dessen ist es ihm auch möglich,  eine Vielzahl freier Werke ohne Auftrag ausführen zu können.

Dazu gehört ebenso das 1888 für seine Heimatstadt gestaltete Kolossal-Relief „Belagerung der Stadt Münden durch Tilly“.

 

 

Gustav Eberleins künstlerisch produktivste Schaffenszeit kann man in drei Perioden einteilen:

 

 ab 1880

Die erste Periode ist ganz von der Antike geprägt. Neben Bauplastiken, Grabmälern und Brunnen entwirft er viele Kleinplastiken.

Mit dem 1880 geschaffenen  „Dornauszieher“  gelingt ihm der Durchbruch.

 

 

ab 1893

Die zweite Periode bildet den Höhepunkt seiner Karriere mit vielen prämierten Entwürfen zu Kaiser- und Reiterdenkmälern,

von denen einige auch ausgeführt werden.

 

 

ab 1900

Die dritte Periode umfasst den Zeitraum, der vor allem von christlichen Themen und Porträtbüsten geprägt ist. In diese Zeit fällt

aber auch die Schaffung mehrerer Personendenkmäler, u.a. des Richard-Wagner-Denkmals im Berliner Tiergarten und des

Goethe-Denkmals in Rom.

 

 

Eberlein ist in nahezu allen Kunstausstellungen, u.a. in Berlin, München, Dresden und Wien, vertreten. Auf den Weltausstellungen in

Chicago (1893), Paris (1900) und St. Louis (1904) sind Werke von ihm ausgestellt. Aus der großen Kunstausstellung in Berlin im

Jahre1900 werden 17 von 24 seiner Werke entfernt, da seine naturalistische Darstellung des Menschen nicht zu der Vorstellung von        

Kunst des wilhelminischen Deutschlands passt.

 

 

Erfolge mit seiner Kunst hat er noch einmal in Nord- und Südamerika, das er zwischen 1908 und 1913 besucht. Sein Entwurf für das

argentinische Nationaldenkmal in Buenos Aires wird unter Verwendung eines bereits vorhandenen älteren Reiters 1910 gebaut.               
Danach wird 1913 der „Deutsche Brunnen“ in Santiago de Chile ausgeführt.
                                

 

 

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg kommt Eberlein immer mehr in Konflikt mit seiner Umgebung, u.a. dadurch, dass er Skulpturen

von Marx, Engels und Lasalle modelliert, Persönlichkeiten, die er für die Entwicklung der Menschheit als prägend ansieht

 

 

Auswahl weiterer Werke

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